Geschichte

Die Geschichte des Burschenverein Egmating e.V.

Gegründet im Herbst 1962

Der Anlaß war ein Landjugendball, bei dem drei Bierdimpfl zusammansaßen (Robert Schwarzer, Robert Wimmer und Walter Stoßberger) und dabei auf die Idee kamen, einen Burschenverein in Egmating zu gründen. Weitere Gründungsmitglieder wurden Manfred Buchwald und Franz Kramlinger.
Das Vorhaben wurde mit einigen Bieren besiegelt.

Nach einem Jahr schon schied der Robert Schwarzer als erster Vorstand wieder aus, da er mit Hochzeit und Hausbauen beschäftigt war.

Die Vorstände des Vereins seit seiner Gründung:

– 1962 – 1963 Robert Schwarzer
– 1963 – 1965 Walter Stoßberger
– 1965 – 1967 Leo Larisch
– 1967 – 1968 Oswald Schwarzer
– 1968 – 1969 Robert Wimmer
– 1969 – 1974 Hans Hirschmann
– 1974 – 1980 Hans Öpp
– 1980 – 1981 Peter Eberl
– 1981 – 1984 Peter Zeller
– 1984 – 1987 Alois Lang
– 1987 – 1988 Ferdinand Bauer
– 1988 – 1990 Hubert Hofer
– 1990 – 1994 Wolfgang Kirschbauer
– 1994 – 2000 Hansi Heiler
– 2000 – 2002 Mischa Egerland
– 2002 – 2004 Markus Mayer
– 2004 – 2007 Johann Tristl
– 2007 – 2009 Thomas Ribinski
– 2009 – ??? Josef Maier

Die ersten Einnahmequellen des jungen Vereins waren Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen.

Kurz nach der Vereinsgründung stahlen die Egmatinger Burschen bereits 1963 ihren ersten Maibaum. Die bestohlenen Kastenseeoner starteten wenig später zum Racheakt und klauten ihren eigenen Maibaum kurzerhand zurück.

Am 1.5.1966 wurde dann unter der Leitung von Leo Larisch der erste Maibaum vom Burschenverein Egmating aufgestellt – mit 38 m der längste im Landkreis.

1976 erwischte es die Egmatinger Burschen und nach einer Lagerzeit von knapp einer Woche hatte man ihnen den Maibaum gestohlen, der mit einem Lösegeld in Höhe von 50.- zurückerstanden wurde.

Unter der Leitung von Johann Öpp und Oberförster Gum wurde im Oktober 1978 die Aktion „Sauberer Wald“ durchgeführt. Die Ausbeute waren zwei Anhänger voll Müll, der gefunden und von den Burschen eingsammelt wurde.

Im Januar 1979 ließen die Burschen ihren Verein im Registergericht Ebersberg eintragen. Seitdem trägt der Burschenverein Egmating den Zusatz „e.V.“.

Im März 1979 wurde mit großem Erfolg viermal das Theaterstück „Das rotseidene Höserl“ aufgeführt. Zur letzten Vorstellung an einem Sonntagnachmittag lud man Behinderte aus Steinhöring ein.

Im Juli 1979 wurde eine weitere Waldsäuberungs-Aktion durchgeführt. Die anfallenden Brotzeitkosten übernahm großzügig wieder Bügermeister Josef Kraus.

In der Halle von Johann Lang fand am 27.7.79 ein von den Burschen organisierter Tanzabend mit eigenem Barbetrieb statt. Es kamen ungefähr 650 Gäste – ein großer Erfolg!

1981 wurde wieder ein Maibaum aufgestellt. Nach einigen Tagen Maibaumwache rückte der BVE in den Mittelpunkt des dörflichen Interesses. Ausgelöst wurde der Wirbel von Pfarrer Harter, der sich über die in der Wachhütte herumliegenden Sex-Heftchen derart aufregte, dass er sich sogar in einer Messe darüber beschwerte. Nach einigen Tagen kamen aber alle Gemüter wieder zur Ruhe – und alles blieb beim alten . . .

Seit Juli 1981 nahmen die Egmatinger Burschen wieder regelmäßig mit einem Wagen am Siegertsbrunner Leonhardi-Umzug teil.

Im Fasching 1982 fand die erste Tanzveranstaltung statt, die der Burschenverein komplett selbst organisierte und ausrichtete.

1984 in der Osternacht stahlen die Egmatinger wieder einen Maibaum. Der Baum vom Unterlugauer in Unterhaching war das auserwählte Opfer. Nach viereinhalbstündiger Schwerstarbeit (u.a. Wegheben von Lastwagen) waren alle Komplikationen beseitigt und der Baum fest in Egmatinger Hand. Die Auslösesumme betrugt 250 Liter Bier und eine Brotzeit für alle Burschen.

Im Juni 1985 veranstaltete der Vereien zum ersten Mal einen Vorstandschaftsausflug der Vereine Süd-Ost mit großem Erfolg.

1986 stellten die Egmatinger wieder den längsten Maibaum im Landkreis Ebersberg auf. Das Prachtstück maß stolze 39,93 Meter. Für diesen Rekord stiftete die Ebersberger Zeitung dem Burschenverein 1.000 Liter Freibier.

Durch den Ausbau der Hauptstraße waren die Bodenverhältnisse so schlecht, dass der Riesenbaum zum erstenmal in der Geschichte des Burschenvereins mit einem Kran aufgerichtet werden musste.

Am Abend des 1.Mai 86 war Maitanz mit der Band „California Sun“ im Brauereisaal. Der Saal war voll und die Stimmung super.

Die Endsumme der 86er Maibaum-Saison belief sich auf 14 hl Bierkonsum.

Ende Juni wurde die neue Burschenfahne im Gasthof Wallner zur Besichtigung ausgestellt. Bürgermeister Rudolf Heiler, Gemeinderäte und sogar die Presse waren anwesend. Dazu gab es 50 Liter Freibier.

Am 4.7.86 begann das große Burschenfest mit Fahnenweihe anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins.

Der erste Tag begann mit dem Zug aller Ortsvereine zum Kriegerdenkmal, um der Toten zu gedenken. Anschließend war in der Adlmeier-Festhalle Bieranstich und Stoahem (Steinheben).

Am Samstag, den 5.7.86, war Tanzabend mit der Band „California Sun“. Die ganze Festhalle war voll und es herrschte Bombenstimmung. Am Sonntag weckten die Musiker von „Jung-Otting“ die Egmatinger. Alle eingeladenen Vereine kamen pünktlich und so konnte der große Kirchenzug planmäßig starten. Auf der Langwiese fand eine Feldmesse statt. Der für den Nachmittag geplante Festumzug fiel wegen starker Regenfälle leider buchstäblich ins Wasser. An den Jubiläumsfeierlichkeiten nahmen 1100 Personen teil.

1986 und 1987 gewannen die Egmatinger Burschen mit souveränen Siegen erneut den Fußball-Wanderpokal.

Am Abend des 17.4.88 zogen die Burschen nach Münster, um den dort gelagerten Maibaum der Glonner Trachtler zu stehlen. Alles lief reibungslos – bis plötzlich ein wildgewordener Trachtler einen Zaun durchbrach und mit seinem Lederhosendolch den Dieben drohte. Die Klügeren gaben nach und zogen sich unverrichteter Dinge zurück.

Bei strömendem Regen wurde auch im Juni 1988 der Fußball-Wanderpokal beim Endspiel in Höhenkirchen von den Egmatingern errungen.

Nach langen Vorarbeiten und mühsamen Verhandlungen traten am 6.4.90 die „Biermösl Blosn“ in Egmating auf. Die Eintrittskarten für das Konzert waren schon lange vorher vergriffen, bis auf 100 Karten, die an der Abendkasse für Egmatinger Bürger bereitgehalten wurden. Leider kamen aber nur wenige „echte“ Egmatinger. Die Veranstaltung war trotzdem ein toller Erfolg und die ca. 400 Gäste ( und die Burschen) waren begeistert.

Am 1.7.90 fand ein Burschenfest statt, zu dem alle Gründungsmitglieder eingeladen wurden. Wegen schlechten Wetters verlegte man die Veranstaltung kurzerhand von Wallners Kastanienbaumgarten in die Sportlerhütt´n.

Heiligabend 1990 organisierte der BVE für alle Burschen, Gönner und Freunde ein „Weihnachtsfeuer“. Die Feier begann um 23.00 Uhr nach der Christmette. Das lustige Beisammensein zog sich hin bis 6:00 Uhr früh. Da dieses Fest sehr gut ankam, beschloss man, von nun an jedes Jahr nach einer Christmettn das Weihnachtsfeuer anzuzünden.

1991 war das „Kampf- und Arbeitsjahr“ des Burschenvereins. In diesem Jahr wurde das Maibaum-Aufstellen mit dem 30-jährigen Gründungsfest des Vereines verbunden.

Während der Maibaumhütt´nzeit wurden ca. 2.000 Liter Bier und an die 650 Käsegriller verzehrt.
Bei mäßigem Wetter wurde der Maibaum nach dem Segen von Pfarrer Riemhofer aufgestellt.
Im Festzelt, das für die Gründungsfeier aufgestellt worden war, fand am Abend des 1. Mai dann der traditionelle Maitanz statt. Am 2.5.91 war Kesselfleischessen für die ortsansässigen Vereine, am Tag danach veranstaltete der BVE ein Countryfest mit Live-Musik und Bullriding- Wettbewerb. An jedem dieser Tage war das Festzelt voller Leute – und voll mit guter Stimmung.

Am 4.5. war wieder Tanzabend. Alle Burschen blieben an diesem Abend brav nüchtern, da einerseits das Festzelt bis 5:00 Uhr früh gereinigt werden musste und andererseits am Sonntag der „große Tag“ war:

Um 6:00 Uhr früh wurde die Gemeinde musikalisch aufgeweckt. Alle 45 eingeladene Vereine waren planmäßig eingetroffen, doch wegen der schlechten Witterung musste die Feldmesse im Festzelt abgehalten werden.

Am Nachmittag aber meinte es der Wettergott gut mit den Egmatinger Burschen und unter weiß-blauem Himmel startete der Festumzug, den sogar das Bayerische Fernsehen filmte.

Auch an diesem letzten Abend war das Zelt voll bis auf den letzten Platz.

Als Dank für die gute Zusammenarbeit der Burschen beim Jubiläumsfest und Maibaumaufstellen wurde der Burschenausflug in den Schwarzwald komplett aus der Vereinskasse bezahlt.

Im Oktober 1991 wurde mit den Musikern „Jung-Otting“ noch eine Nachfeier vom großen Burschenfest abgehalten. Der Vorstand des Vereins bedankte sich mit Blumensträußen und Erinnerungstellern bei allen Helfern, Spendern und Gönnern.

Im März 1992 fanden die Neuwahlen für die Vorstandschaft statt. Dabei kam es zu geringfügigen Änderungen der Besetzung, da die Zusammenarbeit während der letzten zwei Jahre gut geklappt hatte.

Auch das Jahr 1996 war durch enormen Arbeitsaufwand gekennzeichnet. Man verband das Maibaumaufstellen erneut mit einem Gründungsfest: Das 35-jährige.

Der Burschenausflug 1994 war ein besonderes Highlight: Es ging nach Ibiza! Dort bekam man auch direkt die Härte internationaler Gesetzgebung zu spüren. Ein Bursch beförderte unglücklicher Weise einen Zivilpolizisten bei einer Poolparty ins Wasser. Leider fand dieser das gar nicht so lustig. Zum Dank wurde er vor allen Gästen in Handschellen abgeführt.

Ende 2000 hatte der Burschenverein mal wieder einige Herausforderungen zu meistern. Für 2001 standen ein Maibaum und ein Burschenfest auf dem Programm. Doch die erste Aufgabe für den damaligen Festausschuss war es, einen Lagerplatz für den Maibaum zu finden, da auf dem Lagerplatz der vergangenen Jahre zwischenzeitlich gebaut worden war. Nach einigem Suchen, kam dann die Familie Götz zu Hilfe und stellte ihren Stadl am Frauengraben zur Verfügung. Dieser wurde ab Mitte Januar 2001 in zahlreichen Nacht- und Wochenendschichten zur Wachhütte umgebaut.

Zusätzlich war der Lagerplatz jetzt nicht mehr im Herzen des Dorfes, sondern am Ortsrand und daher mussten aufwändige Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass der Maibaum gestohlen werden konnte. Zusammen mit den wie immer hoch motivierten Wachen, konnte dieses Ziel erreicht werden. Und so konnte am 01. Mai 2001 bei strahlendem Sonnenschein vor rund 2.000 Zuschauern der Maibaum aufgestellt werden.

Weiter ging es im Programm mit einem Maitanz mit Bitter Lemon am Abend des 01. Mai, einem eher mäßig besuchten politischen Abend mit dem Staatsminister Erwin Huber am 02. Mai, dem Tag der Betriebe und Vereine am 03. Mai.

Einer der Höhepunkte des Festes war, wie schon 1996, der Auftritt von Ringsgwandl am 04. Mai. Das Zelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und wer nach dem gelungenen Auftritt noch nicht gleich heim musste, konnte es sich in der Bar noch gut gehen lassen.

Nach dem Abriss und Neubau des Schlosses legte der Kinderfasching eine kleine Pause ein, um dann im Jahr 2003 sein bravouröses Comeback im Saal des neu errichteten Haus der Gemeinde zu feiern.
Seither erfreut sich der Egmatinger Nachwuchs jedes Jahr an zahlreichen Spielen und Tonnen von Süßigkeiten, während die Eltern – traditionell – das Ende des Faschings begießen.

Ende 2005 traf dann rechtzeitig die Genehmigung für den Bau der Burschenhütte ein. Fieberhaft wurde Tag und Nacht an der Baustelle gearbeitet um rechtzeitig zur Wachhüttneröffnung im März fertig zu werden.

Der ganz zentrale Treffpunkt und oftmals Ort des Geschehens des Burschenvereins ist unsere bekannte Burschenhütte. Seit ziemlich genau fünf Jahren steht sie jetzt in Egmating und hat sich sowohl bildlich als auch aus sozialer Sicht recht gut ins Dorf integriert.

Bis ins Jahr 2005 waren die Egmatinger Burschen mehr oder weniger heimatlos und ständig auf wechselnde private „Not“unterkünfte angewiesen. So entstand nun die Idee einen eigenen beständigen Treffpunkt zu errichten. Dazu wurde bei der Gemeinde nach einem Grundstück angefragt, welches von den Burschen genutzt werden kann. Nach einigen Gemeinderatssitzungen war es dann soweit. Die Gemeinde Egmating überlässt dem Burschen-verein Egmating ein Grundstück im Anschluss an das Feuerwehrhaus. Nun hieß es die Planungen umzusetzen. Dabei haben uns viele örtliche Waldbesitzer eine großzügige Spende in Form von Holz erwiesen.

Beim „Spatenstich“ via Radlader, im November 2005 erwies uns das Wetter mit strahlend blauem Himmel noch alle Ehre. Kurz darauf jedoch kam ein außergewöhnlich strenger Winter, welcher uns einen Strich durch unsere sowohl finanziell als auch zeitlich so knapp kalkulierte Rechnung machte. Von nichts zu erschüttern kämpften sich ausdauernde Burschen aber auch über diese Hürde.

Mitte März 2006 war es schließlich soweit. Der Burschenverein bezieht mit seinem nach Hause gebrachten Maibaum die neu errichtete Unterkunft und eröffnet die Wachhüttn. Erst am Tag der Eröffnung wurden die Fenster eingesetzt, damit es einigermaßen erträglich wurde. Nach vorübergehender, wenn auch zugleich provisorischer Fertigstellung der Bauarbeiten hatte die Wachhüttn am ersten Tag auch gleich volles Haus. Damit auch wirklich jeder die von einer vollwertigen Immobilie kaum zu unterscheidende Wachhütten als solches erkennt, haben wir aufs Dach mit Dachziegeln die Initialien „BVE“ geschrieben.

Nach der ersten heißen Welle wurde dann im Rahmen eines gemütlichen Frühschoppens die Hüttn von unserem Pfarrer gesegnet und ein Kreuz angebracht. Und als wäre das Burschenfest 2006 noch nicht genug Arbeit gewesen, machte man sich unmittelbar danach dran, den Innenausbau fortzuführen und die Aussenanlagen anzulegen. Und so werden immer noch und immer wieder Änderungen und Erweiterungen an der Hüttn vorgenommen, sodass unser zentraler Treffpunkt, wie auch der Verein selbst, nie stehen bleibt und von mehreren Generationen am Leben erhalten wird.

2006 schließlich feierte der Burschenverein Egmating sein 45-jähriges Bestehen. Nachdem von den Egmatinger Burschen am 01. Mai der längste Maibaum im Landkreis aufgestellt wurde, fand zur Feier des Tages am Abend im Festzelt noch ein gemütlicher Tanz statt. Als Highlight des Jubiläums stand am Festfreitag die „Spider Murphy Gang“ auf dem Programm. Unter wunderbar bayerischem weißblauem Himmel konnte das Burschenfest mit dem Festsonntag schließlich schön ausklingen.

Nach langjähriger Pause wurde 2007 das Weinfest wiederbelebt. Als Veranstaltungsort wurde der alte Stadl vom Eck Hans am Frauengraben liebevoll hergerichtet. Das Fest fand von Anfang an großen Zuspruch und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit.

Der 05. Dezember 2009 war ein trauriger Tag in der Geschichte unseres Vereins: Ein eigens vom TÜV entsandter Henker sprach sein Todesurteil – unser Maibaum musste noch vor Ablauf seiner fünf Jahre Lebenszeit gefällt werden. Zum Ausgleich bekam dafür unsere Burschenhütte schon im nächsten Jahr einen eigenen Maibaum. Dieser war zwar nicht ganz so groß wie der „echte“ Maibaum, bot jedoch eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Generalprobe.

Über ein Jahr lang stand die Egmatinger Maibaumschiene nackt im Herzen der Gemeinde, nachdem der TÜV im Dezember 2009 das Ende des alten Baumes verkündet hatte. Doch am 20. November 2010 machten sich die Egmatinger Burschen auf den Weg in den Forst, um einen würdigen Nachfolger zu suchen. Gestiftet wird der neue Maibaum von Alois Lang, einem ehemaligen Vorstand des Burschenvereins.

Zusammen mit dem Urgesteinen Luis Strugger und Hans Hofer war schon bald das richtige Exemplar gefunden. Um das Prachtstück möglichst am Stück zu Boden zu bringen, scheuten die fleißigen Burschen keine Mühe und gruben sogar die Wurzeln aus. Luis kommentierte den Vorgang sachlich: „Freile ist’s schwar, aber wenns leicht war, dadn’s ja a andere macha und ned mia.“

Diesem Aufwand ist es dann auch zu verdanken, dass schon der erste Versuch ein voller Erfolg war: Sanft mit einer Winde zu Boden gerissen kam der Baum unbeschädigt zum Liegen. Anschließend wurde er säuberlich geschepst und auf sein Lager gelegt, wo er den restlichen Winter verbringen sollte. So lag unser Baum nun den Winter über wohl behütet im Wald. Langweilig wurde ihm aber nicht, denn bei zahlreichen Besuchen wurde er gedreht, vom nassen Schnee befreit oder auf seinen aktuellen Zustand überprüft.

Am 19. März 2011 war dann nun endlich der Tag gekommen, an dem das zukünftige Schmuckstück unseres Dorfes nach Hause gebracht wurde. Nun lagert der Baum gut bewacht an der Burschenhüttn, wo er mit viel Schweiß und Herzblut auf seinen großen Auftritt am 1. Mai vorbereitet wird. Schließlich soll der Thronfolger ein wahres Prachtstück sein, wenn er unserer Maibaumschiene ihren Sinn zurückgibt.